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Übungen des DRK Nidderau

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  • Pfingstübung am 19.05.2018 mit der Feuerwehr Windecken und dem DRK Nidderau

    VU klemm Beteiligung Fußgänger – lautete das Einsatzstichwort

    Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen und einem beteiligten Fußgänger.

    Vor Ort zeigte sich, dass der PKW einen Fußgänger trotz Bremsung überfahren hat und sich im Laternen- und Bushaltestellenpfeiler verklemmt hat.

    Das Konzept der goldenen Stunde: 

    1 Stunde sollte maximal vergehen, von der Alarmierung der Einsatzkräfte bis zum Eintreffen des Patienten im Krankenhaus.

    1.Erkunden und Sichern !

    Eine der wichtigsten Fragen, die zum Anfang des Einsatzes zwischen dem Leiter der technischen Rettung der Feuerwehr und dem Leiter der medizinischen Rettung geklärt werden muss, ist:

                                      Patientenschonende oder CRASH-Rettung ?

    Die Frage im Detail lautet: Kann die Einsatzsituation so stabilisiert werden, so dass die technische – für den Patienten auch schonende - Rettung 20 - 30 Minuten Zeit hat?

    Laute die Antwort Nein, wird es eine Crash-Rettung und kann 2 Gründe haben. Das Fahrzeug kann nicht ausreichend gesichert werden, der Patient muss JETZT dort raus

    Der Patient kann wegen seiner Verletzungen nicht so lange medikamentös oder materiell stabilisiert werden und er muss JETZT dort raus.

    2.Zugang schaffen !

    3.Basisversorgung durchführen !

    4.Versorgung ermöglichen !

    5.Patient stabilisieren !

    6.Befreien !

    •  Achsengerecht zur Schonung der Wirbelsäule
    • Vorsichtiger Umgang mit Gliedmaßen
    • z.B. durch: Diagonales Wegdrücken des Vorderwagens
    • A-Säule strecken
    • Lenksäule ziehen (Crash-Rettung)
    • Aufrichten des Fahrzeuges (Crash-Rettung)
    • Strecken des Fahrzeuges (Crash-Rettung)

    Medizinische und technische Maßnahmen sollten nicht gleichzeitig durchgeführt werden. Ein kurzzeitiger Wechsel zwischen technischen und medizinischen Maßnahmen wird von dem Gruppenführer in Absprache mit dem Rettungsdienst/ Notarzt durchgeführt.

     

    Die Praxis sah dann wie folgt aus:

    Alarmierung um 15:03 Uhr 

    Ausrücken um 15:08 Uhr 

    Erkundung 15:11 – 15:14 Uhr      

    Fußgänger unter dem Fahrzeug am schwersten Verletzt – Rettung JETZT, mit minimaler Wegrollsicherung des Fahrzeuges

    Beifahrerin nur leicht verletzt aber frei zugänglich – Übernahme durch das DRK JETZT da unproblematisch möglich, ebenfalls noch mit minimaler Wegrollsicherung des Fahrzeuges

    Fahrerin schwer verletzt und eingeklemmt – Rettung mittels technischer schonender Rettung, maximaler Aufwand durch die Feuerwehr und das DRK.

     

    Sichern / Zugang/ Basisversorgung 15:15 – 15:20 Uhr

    Die Feuerwehr sicherte das Fahrzeug mit Holzblöcken und Keilen. Der Fußgänger wurde durch das DRK unter dem Fahrzeug schnell aber möglichst schonend unter dem Auto vorgezogen. Zeitgleich wurde die Beifahrerin durch Feuerwehrkollegen zur Verletztensammelstelle des DRK gebracht.

    Versorgung der Fahrerin wurde parallel durch einen Feuerwehrmann – welcher auch Innenretter genannt wird, weil der die ganze Zeit über im Fahrzeug beim Patienten bleibt – angefangen und dann durch das DRK erweitert.

    Befreien 15:20 – 15:35 Uhr

    Aus dem Fahrzeug wurde fachmännisch und sicher durch die Feuerwehr ein Carpio gemacht. Hierbei gibt es immer wieder heikle Situationen. Als 1. Das Scheiben einschlagen führt zu springenden Glassplittern, die den Patienten im Fahrzeug weiter verletzten können. Um zusätzliche Verletzungen zu vermeiden wird der Patient mit Decken, Schutzbrille oder sogar Helm mit Gesichtsschutz geschützt.

    Sobald der Patient frei zugängig war wurde achsengerecht über den Kofferraum/ Rückbank mittels Spineboard gerettet.

    Theoretisch Tranksport ins Krankenhaus 15:38 – 15:53 Uhr

    Der Fußgänger mit seinem Rippenbrüchen und inneren Verletzungen wurde direkt nach der Rettung Grundversorgt und umgehend in ein Krankenhaus gefahren.

    Die Beifahrerin wurde sicherheitshalber ebenfalls in ein Krankenhaus gefahren, da der Unfallhergang und die Verletzungen der andern Personen dies sinnvoll macht.

    Um 15:50 Uhr war die Übung beendet. In nur ~ 45 Minuten waren alle Personen befreit und sogar das Fahrzeug wieder von der Straße weg geräumt.

    Was vielen Zuschauern und in der Realität, den nachfolgenden Autofahrern, wie eine Ewigkeit erscheint, erfolgt so schnell und sicher wie möglich. Zudem ist dies eine Meisterleitung aller beteiligten Einsatzkräfte.

    Diese Leitungen können nur durch unzähligen Ausbildungsstunden und Übungen so perfekt ausgeführt werden.

     

    Vielen Dank an die Helfer der Feuerwehr und unseren DRK Mitgliedern, für die unermüdliche Arbeit.